STÄDTEBEWOHNER (2014)

    Dokumentarfilm, HD 2k sw, 5.1 und stereo, 87 Minuten, D 2014
    Sprache: Mexikanisches Spanisch, Untertitel: Deutsch und Englisch

    Unter Verwendung von drei Gedichten Bertolt Brechts


    Der Anfang ist eine staubige Landschaft irgendwo am Rande der Stadt. Und ein Gedicht Bertolt Brechts aus dem Jahr 1921, gesprochen von einer jungen Frau. Es geht um das Verschwinden eines Mannes und wie auch das Warten verschwindet und schließlich die Erinnerung daran.

    „Städtebewohner“ erzählt vom Alltag junger Männer in einem Gefängnis von Mexiko-Stadt, in der Comunidad „San Fernando“. Hier leben etwas über zweihundert Gefangene, Straftäter, die als Jugendliche verurteilt wurden und als  Männer San Fernando nach maximal fünf Jahren verlassen werden. Ein Viertel ihres bisherigen Lebens, keiner über dreiundzwanzig.

    Der Film zeichnet in ruhigen Beobachtungen die Lebenswelt der Bewohner San Fernandos. Es ist Dezember. Drei der zweihundert lernen wir näher kennen. Samuel und Ever, die fast noch Kinder waren, als sie für Tötungsdelikte verurteilt wurden. „Es ist kompliziert, aber ich habe das Delikt nicht begangen“, sagt Samuel. „Und jetzt bin ich hier.“ Ever erzählt: „Dann hab ich ihm in den Kopf geschossen.“ Was erzählt sein Blick, wenn er sagt. „Ich war Vierzehn.“ Und Irving, der ein Räuber war, mit Angst jetzt vor dem Draußen, wenn das Frühjahr kommt. Dem sein Vater am Nachmittag von Heiligabend die richtigen Zielpunkte am Menschen fürs Töten erklärt. Das Leben ist eine große Selbstverständlichkeit. Der Mensch verhält sich, wie’s ihm frommt. Die Begegnung mit den Menschen hier ist ein steter,  flirrender Wechsel zwischen Nähe und Distanz. Wie die Stadt, in der das Gefängnis steht. Wer redet von den Steinen?

    Plakat Städtebewohner

    The beginning shows a dusty landscape somewhere on the outskirts of the city accompanied by a poem from 1921, written by Bertold Brecht and spoken by a young woman. It is about the disappearence of a man, how waiting for him fades and eventually the memory there of.

    “Städtebewohner” tells the story of everyday life in the „Comunidad San Fernando“, a prison in Mexico City. About 200 prisoners are currently living here, offenders who were sentenced as juveniles for a maximum of 5 years to San Fernando in order to leave it as men not older than in the age of 23. In quiet observations the film portrays the life of the residents of San Fernando.

    It is December. We get to know 3 of those 200 better. There are Samuel and Ever, still children when they were judged guilty of murder. „It’s complicated but I didn’t do it” says Samuel. “Now I’m in here.” ”I shot him in the head”, Ever says, and what does his glance say when adding „I was 14“. And there is Irving, who was a robber and fears the outside, his liberty, when spring will come. On the afternoon of Christmas Eve his father explains him where to aim accurately in order to best shoot someone dead. People act just as they are pleased to do. Encountering someone around here is a constant and edgy changing between closeness and distance. As is the city where the prison is at.

    Who is talking of stones?


    Kamera Robert Nickolaus Buch, Regie und Produktion Thomas Heise Mitarbeit Christian Haardt Sprecherin Lena Lauzemis (Dt. Fassung), Hortensia Curtado (Span. Fassung) Plakat Mark Thomann world sales Deckert Distribution

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